Was Kinder, Afrika und Roboter gemeinsam haben

von: Joscha Haering | am: 28.07.2010 | Kommentare: 0

Vom 23. bis zum 27.07.2010 fanden beim Heinrich-von-Zügel Gymnasium in Murrhardt drei Projekttage statt. Mit dem Motto „Afrika“, wurden alle Schüler in verschiedene afrikanische Stämme aufgeteilt, in denen die Schüler trommeln, schneidern oder afrikanische Tänze lernten. Von jedem Stamm wurde eine Person ausgesandt, um neue Technologien zu erforschen. Diese neue Technologie hatte in diesem Fall den Namen „freedroidz“.
Drei Mitarbeiter der tarent GmbH machten sich auf den Weg von Bonn nach Murrhardt, um 14 Schülern Software-Entwicklung beizubringen. Im Gepäck befanden sich sieben Lego Mindstorm Roboter, ein Haufen Sensoren und sieben Notebooks, die mit einem vorkonfigurierten Linux-Betriebssystem (Kubuntu) bestückt waren, damit der Programmierung nichts mehr im Weg stand. Bei den Teilnehmern handelte es sich um Schüler der siebten bis achten Klasse und einem Fünftklässler, die wenig bis gar keine IT-Vorkenntnisse hatten.Am ersten Workshop-Tag wurde den Schülern die Grundlagen der Programmierung in der Programmiersprache Java beigebracht, indem Schritt für Schritt die wichtigsten Bestandteile eines Programms erklärt und danach sofort auf dem Roboter praktisch umgesetzt wurden. Am Ende dieses Tages hatte jeder Schüler einen Roboter programmiert, der fahren und mit Sensoren umgehen konnte.

Am zweiten und dritten Workshop-Tag durften die Schüler sich einen Roboter ausdenken und diesen bauen und programmieren. Hierzu wurde ihnen eine Liste mit Beispielrobotern ausgelegt, von der aber kein Roboter ausgewählt wurde, da die Schüler schon ihre eigenen kreativen Ideen hatten. Während die Roboter entwickelt wurden, waren die Workshop-Leiter nur noch unterstützend am Werk, falls einer der Schüler Probleme hatte. Ansonsten haben die Stammes-Entsannten alleine und eigenständig programmiert.

Das Ergebnis der drei Projekttage wurde am Abend des 27.07. beim afrikanischen Schulfest vorgestellt, mit dem Resultat, dass das Projekt ein voller Erfolg war. Stolz präsentierten die Workshop-Teilnehmer ihre Programme und ernteten großes Lob bei allen Zuschauern. Und selbst während des Schulfestes konnten einige nicht ihre Finger von ihrem Programm lassen und optimierten fleißig ihren Code.

Durch die Projekttage konnte man klar sehen, dass man mit Hilfe von freier Software, Kindern das Programmieren schnell und einfach beibringen kann. Die Mitarbeiter des freedroidz-Projekts hoffen, dass das Projekt auch in Zukunft am Heinrich-von-Zügel Gymnasium genutzt wird und auch bei anderen Schulen auf Interesse stoßen wird.

Weitere Informationen befinden sich auch unter http://freedroidz.org.

Schüler in Murrhardt arbeiten mit freedroidz

Einen kleinen Eindruck von den Ergebnissen des Workshops kann man sich bei Youtube machen.

MPEG-LA verbietet jegliche kommerzielle Nutzung bei h.264

von: Joscha Haering | am: 03.05.2010 | Kommentare: 0

Ich bin gestern über einen Artikel gestolpert der mich doch ein wenig schockiert hat.
Und zwar hat MPEG-LA ja das Patent für h.264, ein Standard für sehr effiziente Video-Komprimierung. Jeder Kamera-Hersteller der diesen Codec verwendet zahlt Geld für Lizenzen an MPEG-LA um diesen verwenden zu dürfen. Allerdings muss sich der Benutzer der Kamera auch an diese Lizenzverträge halten. Das bedeutet dass kein Videofilm der mit einer Kamera gemacht wurde die h.264 verwendet, kommerziell genutzt werden darf ohne dass man Geld für Lizenzen an MPEG-LA zahlt. Das bezieht sich aber nicht auf das Endformat sondern das Quellformat. Es ist komplett egal ob man sein Endprodukt mit Theora umgewandelt hat, da man wenn das Quellprodukt mit h.264 codiert wurde schon in der Lizenzfalle ist.
h.264 wird von unmengen Kamera-Herstellern verwendet, auch von denen die ihre Kamera als professionelle Modelle anbieten (siehe Canon 5D o.ä.).

Der komplette Artikel ist (englisch sprachig) hier nachzulesen:

http://www.osnews.com/story/23236/Why_Our_Civilization_s_Video_Art_and_Culture_is_Threatened_by_the_MPEG-LA

Ich fand das ganze sehr interessant und ärger mich dass ich bei meiner Kamera damals nicht vorher die letzte Seite der Anleitung gesehen hab.
p.S.: In dem Artikel werden auch Möglichkeiten vorgeschlagen wie man mit lizenzfreien Codecs arbeiten kann, allerdings schränkt das die Kamerauswahl enorm ein.

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